Didaktik der Geographie

Positionspapier

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 Zukunft Erde nachhaltig gestalten lernen –

 

Positionspapier zur Konkretisierung einer Didaktik einer Bildung für nachhaltige Entwicklung und zur Rolle der Geographiedidaktik

 

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist von internationaler (UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014) wie von nationaler bildungspolitischer Seite als sehr bedeutsames Ziel herausgestellt worden. Alle Bildungsinstitutionen – vom Kindergarten bis hin zur Erwachsenenbildung – sind aufgefordert, Bildung für nachhaltige Entwicklung dauerhaft zu verankern. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird dabei definiert als umfassender Ansatz, der ökonomische, soziale und ökologische Aspekte integriert und in den Kontext einer globalen Verantwortung stellt. Sie hat das Ziel, die Menschen zu einer aktiven Gestaltung einer ökologisch verträglichen, sozial leistungsfähigen und sozial gerechten Umwelt unter Berücksichtigung globaler Aspekte zu befähigen.

 

Das Hochschul- und Schulfach „Geographie“ befasst sich mit Mensch-Umwelt-Beziehungen in ihrer räumlichen Ausprägung und besitzt damit genuin besondere Potenziale, sich in Forschung, Lehre und Unterricht werteorientiert und zukunftsgewandt mit der Ausgestaltung von nachhaltigen räumlichen Strukturen zu beschäftigen.

 

Geographieunterricht fokussiert auf eine Nachhaltigkeitserziehung, die deklaratives Wissen (Wissen über Sachverhalte) mit einer normativen Orientierung (Wert der nachhaltigen Entwicklung) verknüpft und entsprechende Raumverhaltenskompetenzen erwirken will.

 

Zukunft Erde nachhaltig gestalten lernendas ist somit die oberste Devise von Geographieunterricht.

 

Eine Geographiedidaktik zu „Zukunft Erde nachhaltig gestalten lernen“ muss die Komplexität und Verknüpfung der Nachhaltigkeitsdimensionen ebenso berücksichtigen, wie kognitions- und verhaltenspsychologische Erkenntnisse zu „Teilmengen von Nachhaltigkeitsbildung“ (z.B. Umwelterziehung, Globales Lernen). Die Checkliste „Konkretisierung einer Didaktik Zukunft Erde nachhaltig gestalten lernen“ ist das Resultat dieser Überlegungen.

 

Die praktische Umsetzung einer Didaktik „Zukunft Erde nachhaltig gestalten lernen“ richtet sich primär an angehende Lehrerinnen und Lehrer mit dem Unterrichtsfach Geographie und an im Schuldienst befindliche Geographielehrerinnen und –lehrer. Da Bildung für nachhaltige Entwicklung aber als Querschnittsaufgabe anzusehen ist, sind grundsätzlich Studierende und Lehrer aller Unterrichtsfächer potentielle Adressaten. Geographiedidaktik kann sich durchaus auf Bürgerinnen und Bürger außerhalb von Bildungsinstitutionen beziehen.

 

 

Prof. Dr. Wilfried Hoppe, September 2011